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Liebe Mitglieder und Interessierte, liebe Freundinnen und Freunde der Städtepartnerschaft mit Beit Jala,

Newsletter 3 / März 2026

15 Jahre Städtepartnerschaft GL-Beit Jala 2026  o  15 Jahre Städtepartnerschaft GL-Beit Jala 2026

Städtepartnerschaft im Frauenmuseum Bonn
Derzeit gibt‘s das künstlerische Schaffen unseres Mitglieds Thesa Terheyden im Frauenmuseum Bonn zu besuchen (Foto: mit Besucherin Petra Schöning). Hoffnungsschimmer zwischen Himmel und Erde in Palästina und Israel, überschreibt Thesa ihre Präsentation von Persönlichkeiten, Initiativen und Ideen, die den steinigen Dialog beider Kulturen immer wieder befruchtet haben. Fotos, Texte, eigene Bilder und Installationen folgen diesem Konzept, machen Thesas Beschäftigung mit dem palästinensisch-israelischen Konflikt deutlich, lassen sich aber auch als informativer Überblick vielfältiger Versöhnungsansätze lesen.

Gleich beim Eintritt in die Schau in der ersten Museumsetage fordert ein Schild die Besucherinnen und Besucher auf, „Schuldgefühle und Vorurteile an der Garderobe abzugeben“. Sicher die beste Voraussetzung, um den dichten Input künstlerischer und sachlicher Impulse zum eigenen Eindruck zu verarbeiten. So spannt sich der Bogen vom eher akademischen Exkurs über die transgenerationale Vererbung von Traumata über ein dystopisches Triptychon vor blutroter Wand bis zur Installation „Hoffnungsschimmer aus der Wiege“.

Mittendrin die berühmt-berührenden Worte Margot Friedländers: „Wir sind alle gleich – es gibt kein christliches, muslimisches, jüdisches Blut. Ihr habt alle dasselbe. Seid doch Menschen!“ Historische Erläuterungen zum Nahostkonflikt und aktuelle Hinweise auf Dialoggruppen wie die Rabbis for Human Rights und Women in Black runden die Schau ab.

Nicht zu übersehen die Zeugnisse unserer Städtepartnerschaft. Mit Beschreibungen von deren Geschichte und Aktivitäten, dazu Fotos aus Beit Jala. Auch hier verwebt Thesa das Dokumentarische mit ihrem Erleben, das auch im künstlerischen Austausch vor Ort in Beit Jala, Bethlehem und Tel Aviv Gestalt annimmt. Ausdrücklich genannt werden der kürzlich verstorbene palästinensische Bildhauer Fawzy Nastas sowie Vorbilder wie Sabine Becker („die mir vor Ort Wege zeigte“), Axel Becker („der sich für Frieden in Palästina und Israel engagiert“), Annelise Butterweck („die mir alles beigebracht hat“), Christoph Schlingensief und die Städtepartnerschaften mit Nahost.

Für Thesa ist das alles „mein Lebenswerk“, sagt sie – ihre Auseinandersetzung mit den ebenso reichen wie schrecklichen Welten des Nahen Ostens, bereichert durch ihre Reisen zu Land und Leuten auf beiden Seiten. Zugleich ist das ihr persönlicher Beitrag zur Ausstellung im Bonner Frauenmuseum über Ida Dehmel, „dieser mutigen, denkenden und handelnden Frau“.

Damit ist Thesa eine von 28 Künstlerinnen, welche die frühe Visionärin in der großen Ausstellung des Frauenmuseums auf ihre sehr persönliche Weise feiern. Als Muse, Designerin, Autorin und Frauenrechtlerin war Ida Dehmel (1870-1942) eine wichtige Stimme im Kulturleben ihrer Zeit. Mit der Gründung der GEDOK („Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine alle Kunstgattungen“) vor exakt 100 Jahren ragt ihr Vermächtnis in unsere Gegenwart hinein. Nach 1933 wurde Dehmel als Jüdin verfemt, nahm sich 1942 das Leben. Heute hat die Vereinigung 3000 Mitglieder und verschafft Künstlerinnen aller Stilrichtungen öffentliche Wahrnehmung.

Ausstellung bis zum 10. Mai. Frauenmuseum, Im Krausfeld 10, 53111 Bonn, Di-Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr.

Schaut einfach mal vorbei und bleibt zuversichtlich.

Herzliche Grüße

Jörg Bärschneider

Für den Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins

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